Mittwoch, 16. März 2011

Über Worte, das Leid und das Leben

Wer mich kennt, weiß wie sehr ich Worte liebe, ja sie geradezu bewundere. Sie faszinieren mich, weil ich so vieles mit ihnen sagen kann. Ich kann mit ihnen spielen, ich kann durch sie denken und träumen, ich kann durch sie beten und ich kann mit ihnen fühlen.
Aber ich schaffe es nicht, ihnen im Angesicht des schrecklichen Weltgeschehen, den Hauch des Banalen zu nehmen.

wenn am anfang
wort war
was

wird am ende sein
verhallen schweigen
ein Schrei

wird nicht Wort
sein
oder ein klang

wird verstummen
sein oder wieder
erkennen und atmen
holen
ein nach
wort


Ja am Anfang war ein Wort, daraus sind tausende, unzählbar viele geworden. Sie sind immer noch. Und sie werden noch einige Zeit sein.

Kann ich mit Worten das sagen, was zu sagen wäre? Ich bin wütend. Ich bin traurig. Ich leide. Aber interessiert das die Menschen in Japan? Ich sitze in meinem wunderschönen Zimmer mit einer Tasse Tee vor dem Computer und maße mir an, Worte zu finden, die mein Mitgefühl für Tausende von Menschen in Japan ausdrücken sollen. Wie makaber das ist!

Die Bilder die um die Welt gehen, sind furchtbar. Der Tsunami hat gewütet ohne Rücksicht. Er hat den Menschen genommen was sie hatten, ohne sie zu fragen ob sie es hergeben wollen.
Tausende leiden und die Frage steht offen, welche Ausmaße und Konsequenzen noch zu erwarten sind.
Atomkraft, ein Zeichen für die Machtgier der Menschheit. Die Strahlung kann unbeschreibliche Folgen haben. Tschernobyl hätte uns eigentlich lehren sollen. Traurig nur, dass die deutsche Politik ausgerechnet jetzt nach der Katastrophe in Japan wieder die ewige Diskussion über Atomkraft oder nicht Atomkraft aufnimmt.

Wer mag das denn überhaupt noch hören? Die Menschen in Japan bestimmt nicht.

Was ist mit der Mutter, die gerade ihre Kinder begraben muss? Was ist mit dem Ehemann, der schon seit Tagen seine Frau sucht? Was ist mit den Kindern, die erschrocken feststellen mussten, dass die Leiche des Mannes ihr Vater ist. Und wir sitzen hier und überlegen wann in unserem "Sozialstaat" die AKWs abgeschaltet werden.

Nicht nur in Japan klopft die Not. Aber Japan öffnet uns wieder aktuell die Augen.

Ich bin unendlich wütend angesichts der Not die nicht hätte sein müssen. Und ich bin machtlos. Sagen andere. Ich nicht.

Ich will aufstehen gegen die Ungerechtigkeit in dieser Welt.
Beten ist gut, aber wir dürfen dabei nicht stehen bleiben. Gott fordert uns auf Verantwortung für unsere Welt zu übernehmen!!!

Ein indischer Straßenjunge hat einmal gesagt: "Gott hat diese Welt sehr schön gemacht. Und bevor man geht, sollte jeder Mensch die Welt noch ein wenig schöner gemacht haben."

In diesem Sinne, lasst den Worten Taten folgen.

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