Dienstag, 7. Juni 2011

"Menschen - Rand - Gruppen - Massen"

Vergangenes Wochenende, war ich in Dresden auf dem Kirchentag.
Wir hatten einen Infostand von Neustart da und das Anliegen, mit Menschen über unsere Arbeit ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen.

Alles in allem war es eine gute Zeit mit wertvollen Gesprächen und netten Begegnungen.

Ich staune immer wieder, wie viele Menschen man trifft, die jemanden kennen, der jemanden kennt, den man kennt... oder so ähnlich!

Die Stimmung an unserem Stand war wirklich gut und als Team haben wir viel miteinander gelacht.
Außerdem haben wir gelernt, dass man kein Tesa-Power-Strip zur Stoffbefestigung benutzen sollte... aber das nur nebenbei :-)

Ich habe mir gerade noch Mal Gedanken über die unzählbar vielen Menschen gemacht, die während der vier Tage an mir vorbeigerannt sind.

Natürlich nimmt man nicht jeden Menschen wahr. Und erst Recht, spricht man nicht jeden an.
Manchen hat man gut im Gedächtnis, weil sich ein wertvolles Gespräch entwickelt hat, oder ein guter Gedankenaustausch stattgefunden hat. Andere waren besonders interessiert an dem, was wir in Berlin machen.
Manch einen hat man auch im Gedächtnis, weil man ihn lieber wieder vergessen möchte! Ja auch so etwas gibt es...

Aber was ist mit den Menschen die man nicht wahr genommen hat? Stand vielleicht irgendwo am Rand jemand, der gerne mit uns geredet hätte?

Jetzt die Überleitung:

Wie ist das, wenn wir durch den Alltag von Stunde zu Stunde hechten? Nehmen wir überhaupt noch wahr, dass es auch andere Menschen gibt???

Ich meine nicht nur Menschen die man sieht.

Grüne Haare, ausgefallene Klamotten, ein schrilles Lachen... Das geht sicherlich nicht im Lärm des Lebens unter.
Die Katze die sich in den Schwanz beißt erst recht nicht... so rennen wir doch selber manchmal um uns herum...

Was aber ist mit den Stillen und am Rand stehenden unserer Zeit?

Weil sie vielleicht kein großes Aufheben um ihr Dasein machen, heißt das doch noch lange nicht, dass sie nicht beachtet werden wollen.
Ich glaube jeder Mensch sehnt sich danach- und verdient es auch beachtet zu werden!

Der Grund???
Was für eine Frage!?!

Muss man immer dicke Dinger drehen, Großes leisten, überdurchschnittlich hübsch sein, sportlich erfolgreich, oder zum heulen depressiv?
Nein!!!
Es reicht ausnahmsweise mal, schlicht Mensch zu sein! Bitteschön...


Wenn wir anfangen unseren "Wo-gibt-es-Sensation-zu-gaffen-Blick" abzulegen, nehmen wir hoffentlich die Menschen am Rande wahr, die sich nicht immer trauen uns zu sagen, wie sehr sie uns eigentlich nötig hätten.

Es ist nicht schwer, der Welt die Einsamkeit des Einzelnen ein wenig zu rauben.

Enough reason not to remain blind!

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