Dienstag, 30. Oktober 2012

Der tägliche Lerneffekt im Umgang mit lahmgelegten Verkehrsnetzten

Wie wunderbar das Leben in der Großstadt, nein Verzeihung, Europastadt doch ist:
Alles was man braucht vor der Tür, immer was los, Leben wo man hinschaut - Und das Wichtigste nicht zu vergessen, ein "ideales" Verkehrsnetz... na Dankeschön!

Wie genau geht man denn vor, wenn in Frankfurt der Strom ausfällt und somit auch die Oberleitungen der Straßenbahnen? Das hat mir doch tatsächlich bisher noch niemand erklärt! So eine Frechheit aber auch!
Wenn einfach nichts mehr geht?
Eine eher geringe Bagatelle.
Könnte man meinen.
Ist es vielleicht auch.
Aber heute, eine Bagatelle, die sich meiner Meinung nach definitiv zur falschen Zeit am falschen Ort vollzogen hat.
Wer mich kennt weiß dass ich nicht wirklich zu Wutausbrüchen neige, doch heute war es soweit... Ich hätte explodieren können. Schlichtweg wütend. Auf wen? Auf was? Das kann ich noch nicht mal so genau sagen. Aber Ich war es. Und wie!
Nach einer Stunde Warterei in der Nässe und Kälte auf den Schienenersatzverkehr, bleibt dann selbst das sanftmütigste Gemüt in der Regel nicht mehr ganz geduldig. Vorbei mit der inneren Ruhe.

Wenn man hierbei noch bedenkt, dass 690.000 Einwohner in Frankfurt am Main leben, und 16:30 Uhr Feierabendverkehr ist, kann man sich das Ausmaß des Fiaskos hoffentlich bildlich vorstellen. Ich stand also tatsächlich nicht einsam wartend darauf nach Hause zu kommen, am Straßenrand (wer hätte das gedacht!?) Auf ca. 300 Metern, tummelten sich mehr oder eher weniger fröhlich, hunderte von Menschen, die in ihren wohlverdienten Feierabend fahren wollten. Schimpferei, Telefoniererei, und Ähnliches umgaben mich und ich konnte mich dem nicht entziehen. Und von Minute zu Minute passierte es - Meine Füße wurden kälter, mein Gesichtsausdruck verzweifelter, die Sehnsucht nach Hause größer, der Hunger lauter und die Laune immer mieser... Zum Schreien! Warum? Ja, das frage Ich mich jetzt auch!
Doch dann geschah folgende Begebenheit: Eine Dame (sie muss wohl Mitleid mit meinem verzweifelt-wütenden Gesichtsausdruck gehabt haben) sprach mich an. Sie wolle ihren Mann anrufen und sich abholen lassen - Und, es wäre ihr eine Ehre mich mitnehmen zu können. Wow!? Ich war so perplex, dass mir gerade noch ein "Sie sind ein Engel" rausrutschte. Es kam wie es kam, der Mann der netten Dame gabelte uns auf, sie brachten mich nach Hause (ohne irgendetwas dafür haben zu wollen!), fuhren weiter und ...da sitze Ich nun.
Zugegeben, als Ich reinkam, musste ich erst mal Dampf ablassen, mich über die "ach so bescheuerte" Verkehrsgesellschaft auslassen, die "blöde" Großstadt klein machen und einfach den totalen Affen machen. Wie dumm kann man denn sein??? Ein Hoch auf meinen ausgeglichenen Mitbewohner, der das mit Humor nimmt und mich machen lässt.

Aber jetzt mal ehrlich, wie dumm kann man eigentlich sein???
Wenn wir in unserem Alltag etwas erleben (wie auch immer das aussehen mag), welche Aspekte nehmen wir davon mit und geben an unseren Nächsten weiter? Die Wut über die Kälte und das Warten, oder die Freude darüber, dass es Menschen gibt, die unseren Tag bereichern? Menschen, die einen Blick für ihr Umfeld haben und uns mitnehmen? Wir müssen bedenken, dass wir prägen, auch mit Stimmungen und unserem Gemütszustand. Wir können Menschen runterreißen, oder wir heben sie mit auf. Das dürfen wir nicht vergessen.

Ein Lerneffekt aus dem heutigen Tag: Ich will das Positive in den Vordergrund schieben, mich an den Wundern des Tages freuen und die Steine liegen lassen.

Wir dürfen das Leben anlächeln!
Lächelst Du mit?

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