Samstag, 13. November 2010

Soziale Gerechtigkeit

Ein Thema was mich immer wieder beschäftigt, wütend macht, zum Weinen bringt und aus dem Sessel hebt, ist die soziale Ungerechtigkeit.
Nachdem ich mich gerade mit meinem Praktikum beschäftigt habe, was ich nächstes Frühjahr ableisten muss, fiel mir ein Text in die Hand, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe.
Vielleicht liebe Leser, tragt ihr ja mit dazu bei, dass diese Welt ein schönerer Ort wird!?

Elend im Sonderangebot

Elend, heute wie immer im Sonderangebot,
aber niemals im Ausverkauf.
Hinterhergeworfen.
Menschenleben, billig verramscht.
Was ist ein Menschenleben schon aufgewogen mit Geld?
Es geht ja nicht um mich.
Nur um dich.

Wie herrlich mein gemachtes Nest.

Da war Er!
Der Schrei!
Es ist keine dunkle Nacht.
Die Menschen sind wach.
Es gibt doch keinen Grund es zu überhören.
Aber die Menschen sind beschäftigt.
Bin ich nicht auch einer? Ein Mensch?
War da wirklich der Schrei?
Ist Er noch?
Hat meine Beschäftigung mich taub gemacht?
Rede ich mir ein „da könnte vielleicht, aber höchstwahrscheinlich nicht, was gewesen sein?“

Mensch, was ist los mit dir?
Warum erlaube ich mir taub zu werden? Ist es die Bequemlichkeit, die an meine Gewissenslosigkeit appelliert?
Ist es meine Angst, etwas zu verändern und trotzdem unbedeutend zu sein?

Der Schrei um den Hunger der Welt gilt mir! Gilt dir! Gilt uns!

Er schreit: „Komm, kämpfe ums Überleben mit den Straßenkindern auf den Straßen Afrikas.“
Er schreit: „Komm, wühle mit um Nahrung in den riesigen Müllbergen Manilas.“
Er schreit: „Komm, zähle die getöteten Säuglinge Indiens, die getötet werden, weil Sie Mädchen sind.“
Er schreit: „Komm, setzte dich mit zu den Kindern an eine Maschine, in einer der riesigen Fabrikhallen Südamerikas.“
Er schreit: „Komm, leide mit den Menschen die in Kambodscha versklavt werden.“
Dieser Schrei will unser Herz erweichen: „Komm, höre das Elend der Welt!!!“


Das war es!
Die Dunkelheit an dem Ort des Leidens.
Es ist immer noch Dunkel dort.
Saß dort nicht ein Hungriger auf der Straße? Hielt Er mir nicht seine Hand entgegen?

Mensch, was ist los mit dir?

Bin ich blind, habe ich nicht richtig hingesehen?
Hat die Aussicht auf ein angenehmes Leben meinen Blick verschleiert?
Konnte ich vielleicht doch was sehen?

Stand an der Ecke nicht ein kleines thailändisches Mädchen, was nicht schon wieder mit einem dieser Männer gehen wollte? Blickte Sie mich nicht mit traurigen Augen an und flehte: „Hilf mir?“
Sehen meine Augen nur noch geradeaus, wie von Scheuklappen geleitet einen Weg zu gehen, den ich nie gehen wollte?
Einen Weg wo das Auge des Herzens erblindet???

Ich muss sehend sein! Du musst sehend sein! Lasse uns gemeinsam sehend sein!

Kannst du es riechen?
Der Geruch der Slums, hier sollen Menschen leben?
Welch ein wunderbarer Duft von Blumen umgibt mich in meinem Haus...
Sind es wirklich Blumen? Ist es nicht der Duft des Parfüms womit ich den Geruch der Not zu übertünchen versuche? Wollen wir es wagen die Nase zu rümpfen?

Mensch, was ist los mit dir?

Riechst du nicht den Müll, den Kinder essen um zu überleben?
Riechst du nicht was die Ratten riechen, die die riesigen Großstadslums unserer Erde bevölkern?
Sind wir so fein geworden das uns der Geruch des Elends so abstösst, das wir uns abwenden?
Sollten wir uns nicht hinwenden und dazu beitragen, wenigstens ein wenig das Leid zu mindern?

Wir alle können was tun!!!

Die Welt beginnt sich zu verändern, da wo wir hinhören,
dort wo wir unsere Augen nicht mehr schließen.
Da wo wir beginnen den Hunger zu riechen.
Mit einem mitfühlendem Herz.

Mensch, was ist los mit dir?

Besitzen wir noch Ideale?
Wenn ja, sind unsere Ideale bestimmt von Wohlgefühlen unserer selbst?
Lebe ich nur damit mein Bauch sich “gesund“ füllt?
Was stört schon wen daran, wenn In China der berühmte Sack Reis umfällt?
Wen kümmert das Kind das aus mangelnder Hygiene stirbt, weil kein sauberes Trinkwasser vorhanden ist?
Was solls?
Die Ausbeutung der modernen Sklaverei findet doch nicht vor meiner Tür statt.
Ganz zu schweigen, von den unzähligen Kriegen, dem Völkermord und der globalen Erderwärmung?

Oh Mensch, dich sollte es kümmern! Mich sollte es kümmern! Wir müssen uns zusammen kümmern!

Menschen im Elend, Menschen im Glück,
Menschen in Not, Menschen in Freude,
Menschen die lachen, Menschen die weinen.
Menschen wie Du und Menschen wie ich.

Wer gibt uns das Recht nicht zu lieben, obwohl wir geliebt sind?
Die Erde hört heute noch nicht auf sich zu drehen!!!

Gott, hilf uns nicht wegzusehen.
Hilf uns nicht wegzuhören.
Hilf uns nicht wegzugehen.
Lass uns bewegt sein, lass uns Anteil nehmen.
Bewahre uns ein mitfühlendes Herz, aber kein falsches Mitleid.

Schenke uns zu lieben, wo Liebe gebraucht wird, auch dort wo nicht, denn Sie wird immer gebraucht.
Weite unseren Blick und unser Herz für das Geschehen um uns herum und für das Geschehen in dieser Welt.
Mache uns nicht zu Verrätern, zu Verleumdern, zu Verachtern.
Gott, mache uns zu Menschen, die Mitmenschlichkeit in sich tragen.
Wir wollen heute ein Lied singen!
Und mache uns glaubend hoffend, dass wir die Welt doch verändern können!

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