Samstag, 30. April 2011

Große Leute

"Bei Vorbildern ist es unwichtig, ob es sich dabei um einen großen toten Dichter, um Mahatma Gandhi oder um Onkel Fritz aus Göttingen handelt, wenn es nur ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken gesagt oder getan hat, wovor wir zögern."
(Erich Kästner)

Weise Worte.
Ich habe sie vorhin gelesen und dann das Buch dessen Inhalt sie bereichern zur Seite gelegt. Ich habe erst einmal Zeit gebraucht darüber nachzudenken.
Vorbilder. Große Leute. Menschen die den "Wow-der-hat-was-getan-Effekt" in uns hervorrufen. Wirklich???
Ich habe überlegt, wer mir in meinem Leben Vorbild geworden ist. Und wenn ich davon ausgehe, dass es Menschen sind, die gar nicht immer im Rampenlicht der großen Massen stehen, sondern eher die, die mich im Herzen getroffen haben, sind es sogar ganz schön viele, ohne oben genannten Effekt!

Vorbilder. Es geht gar nicht darum so zu werden wie sie. Eher etwas von ihnen zu lernen. Vorbilder sind Menschen, die es schaffen mich zu hinterfragen, die es schaffen mich zu berühren, innerlich zu berühren. Winzige Anregungen, die mich aus dem Trott des Alltages rausholen, kleine Taten, die mich mit Mut füllen, selber tätig zu werden, Worte die mein Denken verändern, oder...

Was auch immer.
Ich meine zum Beispiel die Frau neben der ich vor einiger Zeit im Zug gesessen habe. Mit viel Mut hat sie ihre vier Kinder großgezogen nachdem ihr Mann an Krebs gestorben ist, unglaublich welche Kraft und Liebe sie beim Erzählen ausgestrahlt hat. Oder die Frau beim Bäcker, die trozt des vollen Ladens für jeden der Kunden immer so wertvolle liebe Worte übrig hat. Oder eine meiner Dozentinnen, die nicht ruhig sitzen bleiben kann, wenn Menschen ungerecht behandelt werden. Oder die Teens, die auf ihr Taschengeld verzichten, damit sie ein Kind in Afrika unterstützen können. Oder auch die Freunde, die es schaffen ein tröstendes Wort loszuwerden wenn ich es ganz dringend nötig habe...

Vorbilder, Menschen die die Welt verändern!

Schaffen wir es auch Vorbilder zu sein? Kleine Lichter? Menschen die die Welt verändern?
Ich wünsche es mir sehr!
Auch dafür bin ich jetzt in Berlin. Um ein Vorbild zu sein. Nicht für die große Masse. Aber für den Menschen, der gerade vor mir steht. Ihn mit Gottes Augen sehen...

Warum es nicht einfach wagen, statt nur drüber zu schreiben?
Warum es nicht einfach wagen, statt es hier nur zu lesen?

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