Dienstag, 3. Mai 2011

Rosen fürs Herz

Nennen wir sie einfach mal Lisa. Und sagen wir mal, sie ist so Anfang zwanzig ...und freundlich ebenso.
Wenn wir jetzt noch davon ausgehen, dass sie mal Träume für ihr Leben hatte, dann kommen wir genau bei der Frau an, der ich die letzten Tage begegnet bin!

Lisa steht hier für Viele. Mal ist sie jünger, mal ist sie älter. Mal ist sie deutsch, mal osteuropäisch, mal eine Thailänderin. Mal ist sie drogenabhängig, mal lebt sie auf der Straße...
Sie sind alle ganz unterschiedlich, keine ist wie die andere. Und doch, eins haben sie gemeinsam: Ein zerbrochenes Herz.

Bewegt hat mich die Geschichte einer Frau, die als Kind missbraucht worden ist, oder auch die der Frau, die jahrelang geschlagen wurde. Gestern Abend haben mir die leicht bekleideten jungen Mädchen leid getan, die zitternd und frierend am Straßenrand standen und sich über unseren heißen Tee gefreut haben.
Gelitten habe ich mit einer jungen Frau, die sich ins Café aufs Sofa gelegt hat und einen Entzug hatte ...die Liste ließe sich endlos weiterführen.

Heute ist doch erst Dienstag.

Ich habe also gerade zwei Arbeitstage hinter mir und bin jetzt schon zutiefst erschüttert über unvorstellbare Not!
Trauer über die bisher wirklich erst wenigen Geschichten...
Wut über manche Menschen, die anderen Gräßliches antun, denen es egal ist, wenn sie dadurch ein Leben zerrstören!
Der Mensch ist ein furchtbar egoistisches Wesen, wenn es um seinen "Bauch", seine "Befriedigung" geht...

Mir ist nach Weinen zumute, aber hilft das den Frauen??? Nein, vielleicht nicht, aber mir hilft es!!!
Und ihnen hilft es vielleicht, dass ich da bin.
Vielleicht hat es den beiden Bulgarierinnen geholfen, dass ich heute morgen Deutsch mit ihnen gelernt habe. Vielleicht hat es der jungen Ungarin geholfen, dass ich ihr die Nägel lackiert habe. Vielleicht hilft es den Frauen, dass ich für sie bete...

Ich weiß es letzendlich nicht ganz sicher, aber wenn wir immer nur dann handeln würden, wenn wir das Ergebnis schon im Vorfeld wüssten, würden wir wahrscheinlich morgens nicht mehr aufstehen.

Rainer Maria Rilke hat mal gesagt, dass es Augenblicke gibt, in denen eine Rose wichtiger ist als ein Stück Brot.

Also gehen wir Rosen verschenken!

Ich bin froh zu wissen, dass es die Arbeit von Neustart gibt. Ich bin nur einen Hauch hier und mein Praktikum wird wahrscheinlich schneller vorbei sein, als es begonnen hat, aber die Arbeit bleibt, Neustart bleibt, Gott bleibt...

Das Rosenverschenken kann weitergehen

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