Dienstag, 24. Mai 2011

Wirklichkeiten geöffneter Augen

"Weil du die Augen offen hast, glaubst du, du siehst."

Dieser Satz stammt aus der Feder von Johann Wolfgang von Goethe.
1832 verstorben, hat er uns neben großen Werken deutscher Weltliteratur auch diesen kleinen Satz hinterlassen.
Mich stimmt er nachdenklich.
Und traurig.

Offene Augen verhindern in der Regel nicht nur gegen eine Mauer zu laufen, sondern sie helfen auch, die "in sichtweite liegende" Umgebung wahrzunehmen. Das ebenfalls im übertragenen Sinne. Mit offenen Augen durchs Leben laufen...

Wie oft ist ein Blick getrübt, blind, gar verdreht. Wir sehen den Abgrund nicht oder wachen aus einem "Traum" auf, weil die Beule schmerzt, die uns beweisen will, dass unsere Stirn die Wand geküsst hat.

Unsere Augen sind so weit geöffnet, dass wir alles sehen können, was wir gerne sehen wollen!
Und was wir sehen wollen, bestimmen wir selber. Gut so...
Denken wir!

Was ist mit der Wirklichkeit? Mit der Tatsache? Sollte es möglich sein, dass doch nicht alles Rosa-Rot-gepudert schimmert???

Das Glas der Brille zerspringt und wir kommen in der Realität an. Autsch...

Welcome everybody, thats life. Take it or let it be.

Was nun?
Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass offene Augen kein Garant dafür sind, dass wir die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben.
Wie Goethe es sagte: Weil wir die Augen offen haben, glauben wir zu sehen! Was heißt denn sehen?
Rot ist Rot und Gelb ist nicht orange. Das sieht man ja wohl! Aber ist Rot jetzt deshalb schön?

Ich sage nein (Ich mag Rot wirklich nicht sonderlich), aber du sagst ja.
Ups..., und jetzt?

Also kommt eine Empfindung ins Spiel. Dafür reichen die geöffneten Augen alleine schon nicht mehr. Verschiedene Komponenten zusammen, gehen über den oberflächlichen Blick hinaus...

Etwas spielt sich im Kopf ab, selbst wenn ich die Augen schließe. Ich spüre das Klopfen meines Herzens. Ich fühle Merkwürdiges um den Magen herum, meine Knie schwanken. Ich fange an zu lachen, Tränen laufen mir die Wange runter und und und...

Natürlich nicht wegen der roten Farbe. Aber wegen der "offenen" Augen. Wenn sie denn nun offen sind!
Keine hochgeklappten Lieder, sondern die Augen unseres gesamten Menschseins. In unserer ganzen Wahrnehmung, unserem Blick, wie wir unser Umfeld "erkennen". Und genau das ist der Punkt.

Sehen ist das eine, aber erkennen das ganz andere.


Und der kleine Prinz fügte hinzu: "Aber die Augen sind blind. Man muss mit dem Herzen suchen."
"Ja", sagte ich zum kleinen Prinzen, "ob es sich um das Haus, um die Sterne oder um die Wüste handelt, was ihre Schönheit ausmacht, ist unsichtbar." "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

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