Montag, 9. Mai 2011

Zwischen hoffnungsvollem Optimismus und der Frage nach dem "Was-bringt-das-schon"?

„Grundlage jeder wahren Verantwortung und damit der höchsten Form von Menschenwürde bleibt es, sich darüber klar zu werden, was das, was man tut, wirklich bedeutet.“
Max Steenbeck (1904-81)

Einfach gesagt.
Und wie sieht es mit der Umsetzung aus?

Sich der Bedeutung seines Tun bewusst zu machen, scheint oberflächlich gesehen gar nicht so schwer.
Auf die Frage warum tust du das, hat doch jeder noch ein, "weil..." übrig.

Aber wie sieht es dann aus wenn man weiterdenkt???

Es sind wieder einige Tage vergangen.
Auf der einen Seite merke ich dass ich viel Energie besitze hoffnungsvoll und optimistisch meine Arbeit zu tun, aber auf der anderen Seite merke ich eine Schwere darüber, dass ich sowieso nichts verändern kann.

Meine Drang die Welt zu einem schöneren Ort zu machen bringt den Mädels, die sich hier auf der Straße anbieten erst mal nichts.
Denke ich.
Manchmal.
Und dann kommt es doch ganz anders.

Heute kam sie ins Café und ihr erster Satz war: "Danke, dass Gespräch mit dir hat mir echt geholfen."

Ich habe gelächelt, weil ich wusste dass es nicht viel war, was ich aufwenden musste, damit sie heute diesen Satz sagen kann. Es hat mich nichts gekostet und war für sie doch scheinbar wertvoll.
Teuer.
Unser Gespräch am Freitag. Es ging um eine Sehnsucht im Herzen, die Frage nach der Existenz Gottes und dem Wunsch wieder ein Mensch zu sein der Würde besitzt, der lebt, sich spürt.

Natürlich ist sie nach dem Gespräch wieder bei einem Mann ins Auto gestiegen. Natürlich hat sie sich den nächsten Schuss gesetzt.
Natürlich hat sie sich noch nicht von ihrer Beziehung gelöst, die sie verletzt.
Aber unser Gespräch hat ihr geholfen!

Vielleicht war es das Gefühl, jemand hört ihr zu. Jemand sieht mehr in ihr, als die Prostituierte, den Junkie...
Sie kommt schon länger ins Café.
Doch genau deshalb.
Weil sie hier Menschen trifft, die sie annehmen, die sie wertschätzen, die sie mit Würde behandeln.
Heute bin ich dankbar, dass ich einer von diesen Menschen sein durfte.
Ich bin mir meines Tun neu bewusst geworden.

Nicht nur weil...ich ein Praktikum in einer Einrichtung für Prostituierte mache.

Nein, weil ich die Welt verändern will.
Nicht nur will.
Weil ich die Welt verändere!

Und das kann jeder.
Wie gesagt, es kostet so wenig und kann doch einen unendlichen Wert haben.
Was hindert dich daran???


Nie ist es die Wüste selber, die verhindert, dass eine Blume in ihr wächst! Jede Wüste möchte blühen!


Danke liebe P. dass du mir dafür heute neu die Augen geöffnet hast...

Und jetzt geht es wieder an die Arbeit!

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